Tajine glasiert oder unglasiert ?

tajine glasiert oder unglasiert vor und nachteile

Die Küche des Maghreb ist längst bei uns angekommen und damit die traditionellen Zubereitungsmethoden unter Verwendung authentischer Küchenutensilien. Eine davon ist die Tajine glasiert oder unglasiert, ein irdenes Gefäss für Schmorgerichte, das Ihnen hier vorgestellt und in seiner Verwendung erklärt werden soll.

Mit dem Gebrauch der Tajine können Sie nicht nur Besucher und Bekannte aus Nordafrika überraschen und beeindrucken, sondern auch für sich selbst neue Ufer der kulinarischen Künste entdecken und für sich und Ihre Angehörigen exotische Geschmäcke erschließen.

Die Tajine glasiert oder unglasiert geht auf marokkanische Nomaden zurück, auch Berber genannt. Das Kochgeschirr aus gebranntem Lehm und einem entweder konisch zulaufenden oder als runde Glocke ausgeformten Deckel aus demselben Material besitzt auf diesem Deckel eine kleine Schale, in die vor dem Gebrauch Wasser gefüllt wird. Die spitze Deckelform ist die arabische, die rundliche Glocke die Version der Berber.

Dieser Unterschied wird eine Rolle dabei spielen, wie schnell das verdampfte Wasser während des Schmorvorgangs nach seiner Kondensierung an höchster Stelle auf der Innenseite des Deckels wieder abläuft und ins Schmorgut zurückkehrt. Die Tajine glasiert oder unglasiert ist nicht für sehr hohe Temperaturen ausgelegt und sollte auch nur langsamen Temperaturwechseln ausgesetzt und auf niedriger Flamme köchelnd betrieben werden.

Sie fragen sich, wozu das Wasser oben in der Mulde auf der Außenseite gut ist? Das Wasser darin dient dazu, langsam von dem irdenen Material des Deckels, das herstellungsbedingt ziemlich großporig ist, aufgenommen zu werden. Dazu hilft die vom kalten Wasser gekühlte Stelle, die Kondensierung auf der Innenseite des Deckels zu begünstigen.

Lesen Sie auch: Tajine Kauf-Ratgeber

Vorteile und Nachteile von glasierten Tajines

glasierte Tajine mit Essen

Unabhängig von der Version der Tajine ist der gebrannte Lehm ihrer Bauart ein ausgezeichneter Wärmespeicher, der gleichmäßig die Hitze der Befüllung angedeihen lässt. Nun gibt es die Tajine glasiert oder unglasiert in unterschiedlichen Oberflächenbehandlungen, nämlich naturbelassen in gebranntem Lehm oder mit einer eingebrannten Glasur versehen.

Eine glasierte Tajine ist weniger empfängnisbereit für die Düfte und Säfte, die von Gemüse, Fleisch – oder was Ihr Rezept an Befüllung sonst vorsieht – abgegeben werden.

Die Glasur wirkt wie eine Oberflächenversiegelung. Der Vorteil liegt darin, dass eine solche Tajine leichter zu reinigen sein wird. Vorausgesetzt, dass die Glasur auch auf dem Unterboden vorhanden ist und ihn glättet, könnte sie dafür sorgen, dass die Tajine auf dem modernen Herd mit Ceranfeld verwendet werden könnte.

Ansonsten wird sie traditionell auf einem Holzkohlenfeuer eingesetzt, kann aber wie ein Römertopf auch im Backraum des Herdes erhitzt werden. Der größte Vorteil einer Glasur liegt darin, dass die Tajine die Aromen ihrer Beschickung nicht aufnimmt, sondern neutral bleibt. Und sie ist leichter zu reinigen.

Achten Sie jedoch auf Angaben zum Hersteller Ihrer glasierten Tajine, denn die Glasur kann Schwermetallkomponenten enthalten, die heute als gesundheitsgefährdend angesehen werden. Solches Gerät wird dann besser nur zum Servieren eingesetzt, nicht zum Erhitzen, wo diese Schwermetallspuren aus dem gebrannten Lehm gelöst und mit dem Essen aufgenommen werden könnten.

Vorteile:

  • weniger empfängnisbereit für die Düfte und Säfte
  • leichter zu reinigen
  • auf modernen Herdarten verwendbar wie z.B mit Ceranfeld

Nachteile:

  • Darauf achten, dass die Glasur keine Schwermetallkomponenten enthält

Lesen Sie auch: Die meistgekauften Tajines

Vorteile und Nachteile von unglasierten Tajines

marokkanische unglasierte Tajine aus Ton

Die traditionelle marokkanische Tajine im unglasierten Zustand pflegt einen intensiveren Umgang mit den Zutaten, die im flachen Unterbau der Tajine geschmort werden. Ihre Handhabung ist aber sowohl vor dem Kochen wie danach aufwändiger. So wird die offenporige und unglasierte Tajine zehn Minuten ins Wasser gelegt, um sie für den Einsatz vorzubereiten, ihre saugfähigen dicken Wände sozusagen zu sättigen.

Ein erster Gebrauch mit Öl und Wasser soll für eine Versiegelung des Bodens sorgen, wodurch ein Anbrennen unwahrscheinlicher wird. Die etwas unebene Oberfläche, wie sie ohne Glasierung auf gebranntem Lehm oder magerem Ton entstehen muss, ist wenig geeignet für den Gebrauch auf modernen Herden. Die traditionelle Zubereitung auf Holzkohlen lässt an eine Eignung in einer Gartengrill-Situation denken.

Stellt man die Tajine auf einen Gasherd, sollte man sowohl stark aufgedrehte Flammen wie ungleichmäßige Erhitzung vermeiden, damit es im Material keine Spannungsrisse gibt. Nach dem Einsatz darf kein Spülmittel zur Reinigung eingesetzt, wohl aber mit Zitronenwasser oder Essig gearbeitet werden, wenn man den ansonsten haftenbleibenden Geschmack im Gefäss neutralisieren möchte.

Ganz so leicht zu säubern wie die glasierte Version ist die unglasierte also nicht. Dafür bekommt die Glasur auch keine Risse.

Vorteile:

  • pflegt einen intensiveren Umgang mit den Zutaten, die im flachen Unterbau der Tajine geschmort werden
  • Günstiger Preis

Nachteile:

  • Aufwendige Handhabung
  • Nicht auf moderene Herdarten geeignet
  • Muss von Hand abgewaschen werden und darf nicht in Kontakt mit Spülmittel kommen

Fazit (welche Tajine eignet sich am besten; die Tajine glasiert oder unglasiert?)

Von Ihrer Bereitschaft Zeit und Mühen zu investieren wird abhängen, ob die Tajine glasiert oder unglasiert für Sie die bessere ist. Soll es schnell gehen und die Reinigung auch nicht zu aufwändig vonstattengehen, werden Sie mit einer glasierten Tajine glücklicher.

Die Interaktion des einzigartigen Gefässes mit den darinnen geschichteten Zutaten ist aber in der traditionellen, unglasierten Variante intensiver. Eine Tajine glasiert oder unglasiert bringt optische Unterschiede mit sich.

Wenn Sie einen Hingucker in der Küche wünschen, sind die glasierten Modelle mit ihren oft zahlreichen folkloristisch anmutenden Verzierungen hübscher anzuschauen als die urwüchsiger aussehenden Stücke mit offener Keramikhaut. Ob ein nordafrikanisches Schmorgericht in beiden Arten, der Tajine glasiert oder unglasiert, gelingen wird und lecker wird, hängt immer noch in erster Linie von Ihren Kochkünsten ab.